Oldtimer mit Stil: Basteln am Lanz Bulldog

Es braucht nicht viel mehr als einen alten Lanz Bulldog und viel Bastelfreude, um aus einem Oldtimer einen echten Hingucker zu zaubern. Das ist Ludwig Lödding aus dem Münsterland gelungen. Wir stellen ihn und sein „altes Schätzchen“ für euch vor.

Lanz Bulldog

Ludwig Lödding im (Un-)Ruhestand

Langjährige traktorpool Kunden kennen ihn vielleicht noch – meist allerdings nur vom Telefon: Ludwig Lödding. Genau zehn Jahre lang, vom 1. Februar  2001  bis 31. Januar 2011, war er unser Mann im traktorpool-Team, der sich ausschließlich um die Betreuung der Landmaschinenhändler kümmerte.

„Eine sehr schöne, interessante und abwechslungreiche Arbeit“, blickt Ludwig Lödding, der jetzt in Rente ist, auf die Zeit bei traktorpool zurück. „Von Anfang an hat mich das junge traktorpool-Team vorbehaltlos aufgenommen. Und ich habe dabei viele freundliche Landmaschinenhändler und ihre Mitarbeiter kennengelernt.“

Telefon-Support bei traktorpool, das brachte ein Tagespensum von 15 bis 20 Gesprächen mit sich: „Meine Aufgabe war es u.a., die Händler bei der Bedienung von traktorpool zu unterstützen. Oftmals waren es nur Kleinigkeiten, mit denen sie in der Anfangszeit nicht zurecht kamen. Ich konnte das immer sehr gut nachvollziehen und zeigen, wie es funktioniert. Wenn die Händler anschließend ihre Maschinen erfolgreich mit traktorpool verkauften, war das auch für mich jedes Mal ein Erfolgserlebnis.“

Frei nach dem Motto „Wer rastet, der rostet“ ist der 63-jährige nach seiner traktorpool-Zeit weiter aktiv. Da sind zum einen vier Enkelkinder, die ihn in Anspruch nehmen. Aber da ist vor allem auch sein Hobby: Die Leidenschaft für historische Landmaschinen.

So hatte sich Ludwig Lödding schon 1986 einen Lanz D 1616, Baujahr 1956, gekauft. Der wurde komplett zerlegt und restauriert und dann 1988 das erste Mal stolz bei einem Oldtimertreffen vorgeführt. Später investierte  Ludwig Lödding in einen weiteren Oldie, einen John Deere 500, Baujahr 1962: „Das war eine der ersten Serien, die John Deere Lanz in Mannheim gebaut hat“, so seine Erklärung zur Besonderheit dieses Schleppers.

Neben den Traktoren gehören Kartoffelroder, Kartoffelpflanzmaschine, Selbstbinder und Stiftendrescher sowie ein gezogener Mähbalken zur Sammlung des Oldtimer-Liebhabers. Immer schon hatte Ludwig Lödding auch Ausschau nach „seinem Traum“ gehalten – einem „Glühkopf“. Aber die waren ihm eigentlich viel zu teuer, und so baute er den Glühkopf zunächst mal als kleines, aber voll funktionsfähiges Modell mit Rasenmäher-Motor, maßstabsgerecht in 1:3 nach.

2007 schließlich erfüllte er sich seinen Traum und kaufte einen echten Glühkopf in Bayern: Einen Lanz D 7506, mit 4,8 l Hubraum und 25 PS, Baujahr 1938. Allein in diese Maschine hat Ludwig Lödding in den letzten vier Jahren 800 bis 900 Stunden investiert, um sie komplett auseinander zu nehmen und zu restaurieren. Ein entspannendes Hobby, findet er, der sich für diese Arbeiten in eine doppelgaragengroße Fachwerkhütte im Garten seines Coesfelder Wohnsitzes zurückzieht.

Speziell bei der Restauration des Glühkopfs gab es allerdings auch ein paar unschöne Überraschungen. So hatten Kurbelwelle und Pleuel jeweils einen Riss und mußten ausgetauscht werden: „Gott sei Dank gibt es aber noch spezialisierte Händler, bei denen man sich diese Teile besorgen kann.“ Das Getriebe wurde auf eine 25 km/h-Schnellganggruppe umgerüstet, so dass Ludwig Lödding mit seinem Glühkopf auch tempomäßig bei jeder Oldtimer-Ausfahrt mühelos mithalten kann.

Diese Ausfahrten stehen ebenfalls immer wieder auf dem Plan. Denn zusammen mit anderen Oldie-Liebhabern hat Ludwig Lödding die Oldtimerfreunde „Historische Landtechnik Coesfeld“ (www.oldtimerfreunde-hlc.de) als lockere Interessensgruppe aufgebaut.  Die Gruppe umfasst mittlerweile rund 70 Mitglieder. In den Wintermonaten trifft man sich beim Stammtisch, in den warmen Jahreszeiten wird einmal pro Monat eine Ausfahrt unternommen. Natürlich gehört auch die gemeinsame Teilnahme an  Oldtimertreffen in der näheren Umgebung zum Ausflugsprogramm der Gruppe.

Mit einigen seiner Oldtimerfreunde hat Ludwig Lödding sogar ein Stückchen Acker gepachtet, um dort kleine Einzelparzellen mit den historischen Maschinen zu bepflanzen und zu beernten. „So wollen wir den jüngeren Generationen noch einmal zeigen, wie schwierig es früher war, das Getreide auf den Boden und die Kartoffeln in den Keller zu kriegen.“