Deine Checkliste zum Mähdrescherkauf

In der Erntezeit sind sie auf vielen Feldern im ganzen Land zu sehen: die Mähdrescher, die tonnenweise Getreide ernten. Die Ernteperioden werden immer kürzer und die Maschinen müssen immer mehr leisten. Oft wird bis tief in die Nacht auf den Feldern gearbeitet. Ein zuverlässiger Mähdrescher ist da das A und O. Damit Euer neuer gebrauchter Mähdrescher Euch eine erfolgreiche Ernte beschert, haben wir einige Tipps rund um den Mähdrescherkauf für Euch in unserer Checkliste zusammengestellt.

Checkliste zum Kauf eines gebrauchten Mähdreschers

Mähdrescher gebraucht kaufen – unsere Checkliste, damit der Mähdrescherkauf und Deine Ernte ein Erfolg werden!

Die wichtigsten Tipps zum Kauf eines gebrauchten Mähdreschers haben wir für Dich in unserer Checkliste zusammengestellt.

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Ab Mitte Juni ist es in der Regel soweit und die ersten Mähdrescher sind auf den Feldern Deutschlands unterwegs, um tonnenweise Getreide zu ernten. Die Erntefenster werden hierbei immer kleiner und die Anforderungen an die Erntemaschinen gleichzeitig immer größer. Da ist es nicht verwunderlich, dass die Hersteller immer wieder neue Innovationen auf den Markt bringen, welche die Ernte beschleunigen und erleichtern. Ob im Eigenbedarf oder in Lohnarbeit, wenn das Wetter passt müssen die Maschinen laufen. Im Hochsommer teilweise bis tief in die Nacht hinein. Ein zuverlässiger Mähdrescher ist dabei unerlässlich. Zahlreiche Marken und Modelle sind mit unterschiedlichen Dreschsystemen und Abscheidungsverfahren am Markt vertreten. Um Dir den Kauf einer hochwertigen Gebrauchtmaschine zu erleichtern, haben wir zusammen mit dem Landtechnikexperten und profi-Redakteur Hubert Wilmer die wichtigsten Kriterien für den Kauf eines gebrauchten Mähdreschers zusammengefasst.

Anforderungen an die Maschine klären

Vor dem eigentlichen Kauf und der Begutachtung der Maschine sind im Voraus einige Fragen zu klären. Eine gründliche Recherche zu Hersteller- und Modelleigenschaften geben Dir einen ersten Überblick. Als wichtigste Frage stellt sich zunächst, welches Dreschverfahren für Deine Verhältnisse am besten geeignet ist. Im Gespräch mit Hubert Wilmer haben wir über die unterschiedlichen Dresch- und Fahrwerke, die Systeme zur Restkornabschneidung und noch so einiges mehr zum Thema Mähdrescher gesprochen.

Welche unterschiedlichen Dreschwerkstypen gibt es?

Grundsätzlich kann man zwischen Tangential- und Axial-Dreschwerken unterscheiden. Dabei ist der herkömmliche Aufbau mit tangential arbeitender Dreschtrommel deutlich stärker verbreitet, als axial arbeitende Rotoren. Nicht verwechseln darf man diese Unterscheidung nämlich mit den unterschiedlichen Systemen für die Restkornabscheidung, die hinter einem Tangential-Dreschwerk angeordnet sind. Hier haben sich statt Schüttlern auch Abscheiderotoren etabliert, was gemeinhin als Hybrid-Dreschwerk bezeichnet wird.

Mähdrescher Deutz-Fahr

Welches Dreschwerk eignet sich für welche Anforderungen am besten?

Ein konventionelles Tangential-Dreschwerk mit Schüttlern zur Restkornabscheidung arbeitet am besten, wenn die Strohmenge nicht zu groß und vor allem trocken ist. Werden die Bedingungen feuchter, ist die Abscheideleistung der Hybrid-Dreschwerke stabiler. Der Preis dafür ist ein etwas höherer Leistungsbedarf, vor allem aber eine stärkere Beanspruchung des Strohs. Reine Axialdreschwerke gehen auch nicht gerade zimperlich mit dem Stroh um. Sie schonen aber das Korn, sind stark im Mais – und deutlich einfacher aufgebaut.

Welche Hersteller sind mit welchem System am stärksten vertreten?

Konventionelle Tangential-Dreschwerke mit Schüttlern haben alle Hersteller im Programm. Bei der Hybrid-Bauweise mit Restkornabscheidung per Rotor ist insbesondere Claas stark vertreten, zumal z.B. New Holland diese Technik gar nicht anbietet und John Deere die Produktion der CTS-Baureihe eingestellt hat. Bei den Axial-Mähdreschern war Case IH lange Jahre der einzige Anbieter, bevor New Holland die CR-Baureihe eingeführt hat. Und jetzt kommt noch AGCO mit dem neuen Ideal dazu.

CR Mähdrescher New Holland mit Raupenlaufwerk

Worauf ist bei Raupenlaufwerken zu achten?

Raupenlaufwerke sind in den letzten Jahren insbesondere bei den Großmähdreschern stark im Kommen, da die hohen Vorderachslasten aufgrund der breiteren Schneidwerke und immer größeren Kornbunker anders nicht abzustützen wären. Natürlich sind der Wartungsaufwand und die Verschleißkosten bei diesen Fahrwerken höher als bei einfachen Reifen. Zudem ist gerade bei älteren, noch unzureichend gefederten Laufwerken der Fahrkomfort schlechter. Auf der Haben-Seite steht dafür die deutlich bessere Geländetauglichkeit, nicht zuletzt wenn der Mähdrescher auch im Mais laufen soll.

Technischer und optischer Allgemeinzustand der Maschine

Die Überprüfung des allgemeinen Zustands sowie aller technischen und optischen Bauteile mit ihren Funktionalitäten stellt den wichtigsten Aspekt des Mähdrescherkaufs dar. Motor, Reifen, Dreschwerk und Elektrik sind nur einige wenige Punkte, auf die es zu achten gilt. Neben der optischen und haptischen Überprüfung der Bauteile, ist eine ausgiebige Funktionsprüfung, einschließlich Probefahrt unerlässlich, so Experte Hubert Wilmer. Neben einem ersten Eindruck für das Fahrgefühl, bekommst Du so auch ein akustisches Feedback der Maschine. Ungewöhnliche Geräusche deuten auf Schäden und/oder mangelnde Wartung hin.

Nimm Dir Zeit für die Historie des Dreschers

Neben dem Allgemeinzustand ist es ebenfalls wichtig, sich mit der Wartungshistorie der Maschine zu beschäftigen. Ein moderner Mähdrescher hat einen vorgegebenen Schmier- und Wartungsplan. Wurde dieser eingehalten und ist idealerweise mit Rechnungen der Fachwerkstatt belegbar, ist dies die halbe Miete. Gibt es keine Rechnungen ist darauf zu achten, ob Öle sowie Luftfilter ordnungsgemäß und in vorgegebenen Abständen gewechselt wurden und der Füllstand der jeweiligen Flüssigkeiten stimmt.

Claas Mähdrescher

Angebotsausschreibung nicht vergessen

Es ist hilfreich, das Angebotsinserat auszudrucken und beim Besichtigungstermin mitzunehmen. So kann jederzeit überprüft werden, ob Zustand und Ausstattung des Dreschers sowie die angegebenen technischen Daten mit dem Angebot übereinstimmen. In jedem Fall solltest Du Dir die Belege und Zulassungsbescheide zeigen lassen. Darüber hinaus geben Dir vergangene Rechnungen für Reparaturen und Ersatzteile Aufschluss darüber, wie häufig der Mähdrescher in der Werkstatt war. Dadurch lassen sich Rückschlüsse auf die Behandlung und Pflege der Maschine ziehen. Die Anzahl der Vorbesitzer ist ein weiterer wichtiger Anhaltspunkt, der einen Hinweis auf den Zustand und auf die Zufriedenheit der bisherigen Eigentümer gibt. Eine direkte Frage nach Stärken und Schwächen des Mähdreschers ist ebenfalls keine Schande. Antwortet der Verkäufer ehrlich und direkt, ist dies ein gutes Signal und kleine Mängel sind kein K.O. Kriterium, sondern bieten eine gute Verhandlungsbasis.

Kaufverträge schriftlich festhalten

Wenn Du den perfekten Mähdrescher gefunden und Dich zum Kauf entschlossen hast, solltest Du den Kaufvertrag in jedem Fall schriftlich festhalten. Rahmenbedingungen sind so nachvollziehbar, Unstimmigkeiten und Ärger im Nachhinein vermeidbar und der Kauf ist rechtlich abgesichert. Je nachdem ob Käufer und Verkäufer privat oder gewerblich handeln; hier gibt es Unterschiede, auf die zu achten sind.

Weitere Infos zu den Kaufvertragstypen inkl. Musterkaufverträge findest du auf traktorpool.de

Alle wichtigen Tipps und Hinweise haben wir für Dich in einer übersichtlichen Checkliste zusammengefasst und zum Download bereitgestellt.

Das Team traktorpool wünscht Dir eine gute Ernte!