Im Handumdrehen zur neuen Landmaschine

Steht die Neuanschaffung einer neuen oder gebrauchten Landmaschine an, stellt sich nach der Entscheidung für Marke, Modell und Ausstattung die wichtigste Frage: „Wie soll sie bezahlt werden?“ An diesem Punkt angekommen, werden Möglichkeiten wie Leasing und Finanzierung laut. Doch welche Lösung passt am besten zu den eigenen Voraussetzungen?

Die Anschaffung einer neuen oder gebrauchten Landmaschine ist immer eine komplexe Angelegenheit. Neben der Vielfalt an Herstellern und Modellen am Markt, stellt besonders die Entscheidung des richtigen Finanzmodells den Unternehmer vor eine große Herausforderung.

Landtechnik leasen oder finanzieren

Die Zeiten von Barzahlung durch Erspartes gehören weitestgehend der Vergangenheit an. Der Betrieb möchte seine finanziellen Mittel nicht komplett in den Maschinenpark investieren, um seine Liquidität auf lange Sicht halten zu können. Eine Lösung ist die Finanzierung der ausgesuchten Maschine, eine andere Möglichkeit das Leasing. Aber, wo es mehrere Varianten zur Auswahl gibt, fällt die Entscheidung umso schwieriger. Die Frage, welches Modell sich am besten für die eigenen, individuellen Bedürfnisse eignet, schließt sich unmittelbar an die Überlegung an. Diese Frage pauschal zu beantworten, ist nahezu unmöglich. Zu groß sind die Unterschiede der finanziellen und steuerlichen Ausgangssituationen. Hinzu kommt, dass sowohl landwirtschaftliche Betriebe, als auch Lohnunternehmer differenzierte Pläne für zukünftige Investitionen haben.

Landmaschinenkauf durch Kreditfinanzierung
Die Raten können über die Laufzeit individuell angepasst werden.

Die nach wie vor am häufigsten verwendete Methode für den Maschinenkauf ist die traditionelle Finanzierung über die Hausbank, bzw. über das Hersteller-/Händler-Finanzierungsprogramm. Gerade zu Beginn der Saison, im Frühjahr, bieten die Händler besonders attraktive Konditionen an. Hier lohnt sich eine frühzeitige Entscheidung. Ein wichtiger Vorteil der Finanzierung ist der, dass die Maschine direkt in den eigenen Besitz übergeht, solange die Raten gezahlt werden. Somit können auch technische Veränderungen und Nachrüstungen jederzeit ohne Schwierigkeiten durchgeführt werden. Für einen Kreditkauf spricht darüber hinaus die Tatsache, dass sich die Raten über die Laufzeit individuell anpassen lassen. Apropos Raten – hier steckt auch gleichzeitig einer der größten Nachteile einer Kreditfinanzierung. Unabhängig von den Rahmenbedingungen und Konditionen, können die monatlichen Tilgungen nicht steuerlich geltend gemacht werden, sondern die Maschine wird entsprechend der AfA-Laufzeit (Absetzung für Abnutzung) abgeschrieben. Ist die Restschuld beglichen, wird die Maschine über den Buchwert weiterhin in der Bilanz geführt, bis dieser schließlich bei null angelangt ist. Ist der Zeitwert der Maschine jedoch höher, kann der Unternehmer die Maschine gebraucht verkaufen, was sich positiv auf den Gesamtanschaffungswert der Maschine ausübt. Ein Vorteil, der beim Leasing entfällt.

Landtechnik Leasen – Ein Besitz auf Zeit

Als Leasing wird eine Art der Miete über einen bestimmten Zeitraum bezeichnet. Eigentümer der Landmaschine bleibt hierbei ausschließlich der Leasinggeber, die Maschine geht nicht in Deinen Besitz über. Hinter den Leasinggebern stehen in aller Regel spezialisierte Gesellschaften wie beispielsweise die GEFA. Die GEFA wurde 1949 als Tochtergesellschaft der Deutschen Bank gegründet und hat sich im Bereich Fahrzeug- und Maschinenleasing etabliert. Ein essentieller Vorteil des Leasings ist, dass der Unternehmer den schnell voranschreitenden technischen Fortschritt nutzen kann, ohne immer wieder Neuanschaffungen tätigen zu müssen. Dieses Argument kann besonders für einen Lohnunternehmer von großem Interesse sein, da zum einen die Schlagkraft nicht stagniert und zum anderen ein positives Image mit neuen Maschinen einhergeht. Da sich der Finanzierungsrahmen über mehrere Finanzgesellschaften erstreckt, muss der Kreditrahmen der eigenen Hausbank nicht für den Maschinenpark beansprucht werden. Durch die gleichbleibenden Kosten des Leasingprogramms sowie der Immunität gegenüber Zinsschwankungen, lässt sich eine sehr präzise Kalkulation darüber erstellen, wie viel Geld die geleaste Landmaschine für eine Amortisierung erwirtschaften muss. Am Ende der Leasinglaufzeit geht die Maschine direkt in die Hände des Leasinggebers zurück. Hieraus ergibt sich ein weiterer Vorteil: Der Leasingnehmer muss sich nicht um den eventuell aufwändigen Verkauf der Landmaschine kümmern.

Ein positives Image geht mit neuer Technik einher.

Exkurs Finanzierungs-Leasing:
Die in der Landtechnikbranche am häufigsten verbreitete Leasingform ist das Finanzierungs-Leasing. In den meisten Fällen amortisiert sich die Anschaffung der Maschine für den Leasinggeber nicht zu 100%, weshalb ein, von Anfang an festgelegtes, Nutzungsentgelt zwischen beiden Parteien ausgehandelt wird. Dieses wird anhand des zuvor kalkulierten Restwertes der Maschine bei Abgabe ermittelt.
Auf der Kehrseite der Medaille stehen jedoch auch Nachteile und Risiken, die mit dem Leasing von Maschinen einhergehen. Ein nicht außer Acht zu lassender Aspekt ist der, dass durch Leasing kein Eigentum erworben und der zur Verfügung stehende Gegenstand nach Ablauf des Vertrags nicht verkauft werden kann. Mit einem Leihgeschäft auf Zeit gehen meist höhere Kosten, sowohl für die Anschaffung, als auch für Versicherung und Wartung einher. Der Vermieter erwartet neben einem strikt eingehaltenen Wartungsplan auch ein optisch gepflegtes Fahrzeug bei der Übergabe, nach Vertragsende. Ein weiteres Risiko stellt die Kündigungsgefahr dar. Gerät ein Unternehmer in Zahlungsverzug oder kann die Leasingkosten nicht erwirtschaften, weil die Maschine beispielsweise in einen Verkehrsunfall verwickelt war, droht ihm gegebenenfalls eine fristlose Kündigung des Vertrags. Im schlimmsten Fall kommen Forderungen für Schadensersatz erschwerend hinzu.
Tipp: Hier bietet sich eine so genannte Leasingratenausfall-Versicherung an, welche im Fall des geschilderten Beispiels für die nicht zahlbaren Raten aufkommt.
Nach Ende des Leasingvertrages, gibt es mehrere Möglichkeiten:
• Der Landwirt/ Lohnunternehmer gibt die Maschine an den Leasinggeber zurück und dieser verkauft die Maschine zu einem höheren Preis im Verhältnis zum Restwert.
• Der Leasingnehmer erwirbt die Maschine, beispielsweise durch eine Anschlussfinanzierung.
• Unter neu kalkuliertem Restwert, kann das Maschinenleasing verlängert werden (Anschlussleasing)

Fazit – Am Ende zählen die eigenen Bedürfnisse

Das Leasing von Maschinen, die einen geringen Investitionsaufwand bedeuten, lohnt sich in den meisten Fällen nicht. Solche landtechnischen Anschaffungen werden entweder direkt vom ersparten Kapital getätigt oder klassisch finanziert. Bei teuren Anschaffungen wie Großtraktoren, Erntemaschinen und Pressen können die Vorteile eines Leasings durchaus überwiegen. So taucht die Maschine nicht in der Bilanz des Unternehmers auf, da Abschreibung und Zinsen keine Rolle spielen. Im Bereich der Gewinn- und Verlustrechnung sind nur die Leasingraten zu finden, die steuerlich als Aufwand völlig absetzbar sind. Diese erläuterte Bilanzneutralität ist einer der Hauptaspekte, die für ein Leasing sprechen. Einen perfekten Leitfaden für die beste Lösung deiner Investition gibt es nicht. Wir hoffen jedoch mit diesem Beitrag ein wenig Licht ins dunkle gebracht zu haben und dir bei deiner individuellen Abwägung geholfen zu haben. Des Weiteren haben wir auf unserem Blog noch weitere wertvolle Hinweise rund um das Thema Landtechnik für dich bereitgestellt.